rudolf mittelmann: Der Junge und die Stadt

7. April 2015

Seit 26. Februar ist nun mein Buch fertig:
Der Junge und die Stadt
Eine Detektivgeschichte für junge und junggebliebenen Leser und Leserinnen.

Taschenbuch: 264 Seiten
ISBN: 978-1508591948

zB bei Amazon für ungefähr 12€.
Auch als Kindle-Ebook zu haben.

Lesung Martin Suter – Montecristo

7. April 2015

Zu Lesungen gehe ich eher selten, Ausnahme waren die Mittagslesungen im Kulturhauptstadtjahr 2009.
Wenn aber mal einer der Lieblingsautoren kommt, dann muss ich natürlich hin.
Am 9.3.2015 kam also Martin Suter in den Festsaal der Oberbank, fast 2000 Menschen, ob die alle der Literatur wegen gekommen sind oder vielleicht doch eher zur vornehmen Gratisbewirtung im großzügigen Foyer?
Jedenfalls waren die Interviews voraussehbar verzichtbar, zumal Suter die Eigenart hat, immer nur ein paar Aspekte zu verraten, den Rest zu verschweigen. Dafür war die eigentliche Lesung echt genial. Seine etwas allzu ruhige Stimme macht aus seiner fesselnden Schreibe eine fast unerträglich spannende Steigerung, und natürlich hat er dann jeweils abgebrochen, wenn er zuviel verraten hätte – wir sollten das Buch ja kaufen.
Es ging um sein neuestes Werk, wenige Tage vorher erst erschienen, und schon auf den Bestsellerlisten weit oben:
Martin Suter: Montecristo – Diogenes Verlag

Buch veröffentlichen für lau

26. Februar 2015

Im Januar habe ich einen Roman geschrieben, einen Thriller (nicht nur) für Jugendliche.
Den will ich jetzt als gedrucktes Buch veröffentlichen, ohne was dazu zu zahlen, das geht seit kurzer Zeit bei Amazon Create-Space.
Und als eBook auch, über die Kindle-Schiene (Kindle-Direct-Publishing).
In der Werbung klingt das so, als sei das ganz leicht und in 5 Minuten gemacht.
Pustekuchen!
Alleine den Account einzurichten, inklusive amerikanisch-peinlicher Befragung zu den Steuerpflichten, und das ganze juristische Zeug seitenweise alles in englisch, na prost.
Und wenn man das für die gedruckte Version durchgestanden hat, dann muss man für die eBook-Veröffentlichung alles nochmal durchkauen, entsetzlich.

Aber, es macht zwar viel Arbeit, kosten tut es aber nix – außer der Zeit und Energie eben. Immerhin!

Buchprojekte

4. Februar 2015

Dank Linux-User Zeitschrift habe ich jetzt einen neuen Vertriebsweg für gedruckte Bücher als auch für E-Books.
Nämlich direkt über Amazon.
Für E-Books bin ich noch nicht sicher, ob das attraktiver ist als das neue Angebot von bod.de (BooksOnDemand).
Für gedruckte Bücher auf alle Fälle, da die Datenhaltungskosten wegfallen. Für meine 2 BoD Bücher läppert sich das doch auf 45€ etwa zusammen pro Jahr, wenn man sich das sparen kann, ist das schon sehr verlockend. Ich werde es jedenfalls mal ausprobieren. Ich hab ja noch drei Romane, die auf den Druck warten.
Aber zu erst muss ich die finalisieren, bei zweien fehlen nur noch die Illustrationen, beim dritten eben erst fertiggestellten Text fehlt noch viel mehr, insbesondere Feinschliff am Text.

jetzt als Film: „Gruber geht“

3. Februar 2015

Im Programmkino läuft jetzt der österreichische Film „Gruber geht“.
Ich fand schon das Buch so genial, siehe meine Besprechung hier.
Der Film steht dem Buch in nichts nach, die Charaktere sind perfekt umgesetzt bzw die Schauspieler spielen nicht nur gut, sondern sehen auch so aus, wie ich sie mir vorgestellt habe, es stimmt einfach alles in diesem Film.
Sehr empfehlenswert, wenn auch wahrscheinlich nicht leicht zu finden im Kino. Leider.

mein neuer Roman

30. Januar 2015

Im Januar habe ich mal wieder einen Anfall von Schreibfieber gehabt, und auf meinem braven MacBook Air einen kleinen Roman geschrieben.
Drei Schüler machen ein Detektivbüro auf und bekommen bald einen Fall, und schon einen zweiten dazu… Aus dem Spiel wird blutiger Ernst.
Thriller u.a. für jüngere Leser mit Action, ersten Küssen, und einem Haustier.
Es ist der dritte Teil meiner seinerzeit geplanten TrilogieDer Junge und …„, der erste Teil war Der Junge und der Wald der Frauen, der zweite Teil wurde nie fertig, leider.
Die Rohfassung des Textes habe ich vom 3.1.2015 bis zum 29.1.2015 geschrieben.

Arkadi und Boris Strugatzki: Werkausgabe bei Heyne Band 4

12. April 2014

Noch so ein dicker Wälzer! Der vierte enthält gleich 5 Romane.
In den letzten Tagen habe ich verschlungen:
Fluchtversuch
Es ist schwer, ein Gott zu sein
Unruhe

(Noch vor mir habe ich Die dritte Zivilisation und Der Junge aus der Hölle.)

Fluchtversuch ist eine eher heiter beginnende Geschichte, aufgezogen als klassische SF, die sich aber bald sehr ernsthaft mit der damals (Anfang der Sechziger des letzten Jahrhunderts, erste Sputniks und allererste Anfänge der Raumfahrt) von einiger Wichtigkeit erscheinenden Frage beschäftigt: Darf man sich in die Entwicklung der Gesellschaft auf anderen Planeten einmischen oder nicht, und wie geht man damit um?
Heute lächeln wir darüber, denn niemand rechnet mehr ernsthaft damit, jemals auf besiedelte Planeten im Weltraum zu treffen…
Aber die Geschichte wird durch die heute nicht mehr relevant gesehene Fragestellung nicht überflüssig, denn sie reflektiert auch gleich über unsere irdische Entwicklung. Und auch da haben sich die Autoren damals wohl ziemlich getäuscht, denn die erwartete idealkommunistische Gesellschaft ist keineswegs längst Realität, sondern in weite Ferne gerückt und vielleicht für immer gescheitert. Das hätten sich die Autoren wohl nicht denken können, und auch nicht schreiben dürfen. Aber für uns ist es ein Anlass, darüber nachzudenken, warum diese Ideale nicht funktioniert haben…

Der zweite Roman Es ist schwer, ein Gott zu sein behandelt das gleiche Thema, auf ähnliche Weise, wenn auch sehr viel ausführlicher und weniger leicht, das ist eher schwerer Tobak, was uns da für ein Spiegel vor Augen gehalten wird: Denn die Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen auf diesem Planeten trifft ja nicht nur unsere mittelalterliche Vergangenheit, wie im Text vielfach explizit verglichen wird – sondern (leider!) genauso hart auch unsere jetzige Gesellschaft, egal ob in Ost oder West.
Die Menschen sind halt nicht gut…

Der dritte Roman Unruhe hat mich ziemlich irritiert. Die erste Seite kam mir so bekannt vor… bis ich kapierte: Das ist doch Die Schnecke am Hang! Nur die Namen der Personen sind anders… Und wie in die Schnecke am Hang gibt es zwei parallele Erzählstränge. Der Teil, der im Wald spielt, ist fast identisch bei beiden Romanen. Der andere Teil, der in der Verwaltung spielt, ist hier in Unruhe viel kürzer, und teilweise vollkommen anders. Es gibt da nur sehr wenig Überschneidung, eher eine begnadete Ergänzung: Würde man die wenigen doppelt erzählten Stellen herausstreichen, könnte man einen Gesamtband draus machen… der einem meiner All-Time-Favorites, dem Roman Die Schnecke am Hang, einen interessanten Aspekt hinzufügen würde.
Jedenfalls wieder sehr lesenswert!
Noch eine Irritation: Im Nachwort von Boris geht der Autor mit keinem Wort auf den Roman Die Schnecke am Hang ein… seltsam, aber der Text passt doch genau hinter das Nachwort zu Die Schnecke am Hang. Es stellt sich also heraus, wenn man beide Nachwörter zusammennimmt, dass der Roman in der Fassung Unruhe die Originalfassung ist, von Anfang der Sechzigerjahre, aber so von dem Autorenpaar verworfen worden war. Die überarbeitete Version hieß dann Die Schnecke am Hang, die aber ihrerseits eine verworrene Geschichte der stückweisen Veröffentlichung hatte, wegen der damals strikten kommunistischen Zensur. Erst nach der politischen Wende (späte Achtzigerjahre) wurde dann die Urfassung Unruhe von den Brüdern für doch gut befunden und nachträglich herausgebracht… interessant.

Martin Suter: Allmen und die verschwundene Maria

12. April 2014

Da ist sie nun endlich, die heißersehnte Folgegeschichte von Allmen und die Dahlien.
Und was sagen wir dazu?
Meine Frau und ich haben mehrmals über das Buch diskutiert. Sicher ist es ein echter Suter, Qualitätslesestoff allemal.
Aber es ist auch eine Fortsetzung, im engsten Sinne des Wortes. Das heißt:
Derselbe Hintergrund, dieselben Personen, derselbe Schauplatz, nur dass die in den Dahlien angefangene Story weitergesponnen wird.
Das ist genau das, was dann doch ein wenig enttäuscht, denn die ersten drei Allmen-Bände waren ja vom inhaltlichen Hintergrund her völlig verschieden, jedesmal ganz neu. Wobei mir die Einsichten in den Hochfrequenzhandel der Börsen am meisten gegeben hat. Nun aber wieder Kunsthandel bzw Kunstdiebstahl, aber von genau demselben Kunstwerk und denselben interessierten Personenkreisen (immerhin konnten nicht alle alten Bekannten auftreten, da ja etliche im ersten Teil der Dahlien schon ihr Leben lassen mussten).
Zudem hat sich der gute Allmen selbst ein wenig den Ast abgesägt, auf dem er sitzt – ob das ein Zeichen ist, dass der Autor diesen Protagonisten loswerden will?
Tatsächlich hätte ich nichts dagegen, wenn sich Suter für den nächsten Roman wieder was wirklich Neues einfallen ließe.

Martin Suter: Allmen und die verschwundene Maria Diogenes, 2014

Arkadi und Boris Strugatzki: Werkausgabe bei Heyne Band 3

22. Februar 2014

Wenn ich nicht eBook lese, dann lese ich meist in der sehr umfangreichen Werkausgabe von Heyne der gesammelten Strugatzki-Bücher weiter.

Bisher habe ich 6 Bände dieser Werkausgabe, jeder davon enthält gleich etliche der Romane und Erzählungen der Brüder Strugatzki. Dazu umfangreiche Listen der von den Schriftstellern verwendeten Zitate, und vor allem: Ein ausführliches Nachwort von Boris zu jedem im Band vorkommenden Werk, mit viel Hintergrundinformation zur Entstehung einerseits und zur oft quälend langwierigen, mit viel Hindernissen verbundenen Veröffentlichung im damals sozialistischen Regime der Sowjetunion.
Bisher habe ich mich durch die ersten zwei Bände der Werkausgabe durchgekämpft, seit Anfang des Jahres habe ich den dritten Band in Arbeit.
Im Januar las ich wieder mal „Die Schnecke am Hang„, eines meiner absoluten Lieblingsbücher, diesmal aus der Werkausgabe, und dann den verwirrenden Kommentar des einen Autors Boris… ach, ich hab das anders interpretiert, immer schon, und doch hat mir der Boris die Augen geöffnet für ganz andere Aspekte (vor allem die feministischen), und dann – letzten Endes finde ich meine Interpretation doch die schlüssigere… spannend. Wobei er dem Leser ja explizit offen lässt, sich seine eigene Auslegung zu suchen…
Dann las ich „Die zweite Invasion der Marsmenschen„, wieder aus dem dritten Band der Werkausgabe. Und obwohl das Buch in meiner Sammlung der Suhrkamp-Ausgaben oben im Phantastik-Regal steht, musste ich feststellen: ich hab das Buch nie gelesen! Hatte es wohl mit einem ähnlichen Titel von Lem verwechselt. Also jetzt zum ersten Mal gelesen, und ich war beeindruckt. Es bezieht sich übrigens nicht auf Lem, sondern auf H. G. Wells.
Als nächstes „Die Last des Bösen„. Das ist ja nun ein Hammer. Einerseits sehr viel Anleihe bei Meister und Margarita von Bulgakov, andererseits wieder so ganz anders, sehr viel zeitgeschichtliches/politisches aus dem Anfang der Achtziger Jahre, und natürlich keinerlei Voraussage der großen Wende (Zusammenbruch des Kommunismus). Alles sehr komplex, auch vom Formalen her nicht einfach, vielleicht könnte man sagen, ein reifes Spätwerk… aber das steht mir wohl nicht zu.
Das kurze Stück „Aus dem Leben des Nikita Woronzow“ hatte ich in wenigen Stunden durch, passt gut zu der Last des Bösen. Beides weit weg von Science Fiction.

Werkausgabe – Dritter Band – Arkadi und Boris Strugatzki – 2013 Heyne Verlag

Josef Mostbauer: Zwischen Brücken

22. Februar 2014

Ein ganz aktueller Roman (2014!).
Von den ersten Seiten an war ich drin, in dieser Geschichte, die die Jugendjahre, das Erwachsenwerden, und die erwachsene Zeit des Protagonisten erzählt, der wohl so ziemlich gleichalt sein muss wie ich bin. Das wühlt viele Erinnerungen auf, denn der Erzähler lässt die alten Zeiten, die sechziger, siebziger, achtziger Jahre so intensiv, farbig, plastisch auferstehen, dass ich mich dem nicht entziehen konnte und das Buch in einem Rutsch (mit Pause für’s Abendessen) durchgelesen habe.
Auch die Erinnerungen an den Vater, und dessen Erinnerungen, vor allem an die Kriegszeiten, sind sehr wichtig, andererseits die Themen der jeweiligen Zeit. Vielfach durch geschickt erwähnte Besonderheiten von diesen Jahren gezeichnet, vor allem aber immer wieder durch die jeweils aktuelle Musik, natürlich in erster Linie der Popmusik. Da könnte man beim Lesen richtig sentimental werden, aber dazu lässt der Autor es nicht kommen. Denn man spürt die ganze Zeit: da stimmt was nicht, das läuft nicht wirklich so gut, das steuert auf einen Abgrund zu… Obwohl man zunächst nicht festmachen kann, was genau das Problem ist. Dazu gibt es ja auch viel Positives. (Mein persönliches Sahnehäubchen war die zweimalige Erwähnung eines rundlichen Mädchens mit sehr kurzem Röckchen…) Aber doch… immer weiter, aber was fehlt?
Nach der Hälfte etwa habe ich mal innegehalten und drüber nachgedacht: warum fühlt man sich nicht wohl, wenn man die Welt durch die Augen des Johnny Winter sieht?
Meine Erklärung ist: Unerfüllt. Der Johnny ist unerfüllt, nicht nur sexuell, das vielleicht am wenigsten, aber überhaupt: schulisch, beruflich, seine Freundschaften, seine Eltern, alles irgendwie – nicht zufriedenstellend, eine Unruhe, eine Suche, aber die Erfüllung bleibt aus. (Auch den Leuten um ihn herum scheint es nicht anders zu gehen.)
In der zweiten Hälfte dann wird das Problem, Johnnies persönliches Problem, explizit dargestellt – ich möchte hier nichts verraten… nur: es bleibt packend bis zum Schluss.
Für die Story und die dichte Athmosphäre, die gleichzeitig minimalistisch-sparsame und doch so farbige Erzählweise gibt’s die volle Punktzahl! (Nur ein Scherz, steht mir wohl kaum zu das zu beurteilen…)
Weniger sicher bin ich mir mit der sprachlichen Form des Romans: Hier gibt es sehr verschiedene Stile, die sich – für mich – nicht überall schlüssig verbinden. Besonders die ersten Seiten sind wie ein buntes Kaleidoskop, was seinen Reiz hat, später aber gibt es eher „normaleren“ Erzählstil. Und eine anstrengende Art der „Rückblende“, bzw besser gesagt des zwischen verschiedenen zeitlichen Erzählsträngen Hin- und Herspringens. Manchmal wird der Leser mit Hilfe stenografisch kurzer Aufzählung von geschichtlichen Eckpunkten auf eine bestimmte Zeit eingestimmt, manchmal sogar einfach per Jahreszahl, dann wieder kommt man erst nach einer Seite Text drauf, dass der aktuelle Abschnitt 30 Jahre früher spielt als der letzte…
Das ist zwar etwas anstrengend, macht aber auch Spaß. Nur hätte ich das etwas konsistenter durchgezogen, denke ich mir…
Insgesamt ein absolut lesenswertes und genießenswertes Buch, insbesondere für Leute, die zur Zeit der Stones und Pink Floyd in die Schule, Lehre oder Uni gegangen sind…

Josef Mostbauer: Zwischen Brücken – Roman. BoD Norderstedt 2014