Arkadi und Boris Strugatzki: Werkausgabe bei Heyne Band 3

Wenn ich nicht eBook lese, dann lese ich meist in der sehr umfangreichen Werkausgabe von Heyne der gesammelten Strugatzki-Bücher weiter.

Bisher habe ich 6 Bände dieser Werkausgabe, jeder davon enthält gleich etliche der Romane und Erzählungen der Brüder Strugatzki. Dazu umfangreiche Listen der von den Schriftstellern verwendeten Zitate, und vor allem: Ein ausführliches Nachwort von Boris zu jedem im Band vorkommenden Werk, mit viel Hintergrundinformation zur Entstehung einerseits und zur oft quälend langwierigen, mit viel Hindernissen verbundenen Veröffentlichung im damals sozialistischen Regime der Sowjetunion.
Bisher habe ich mich durch die ersten zwei Bände der Werkausgabe durchgekämpft, seit Anfang des Jahres habe ich den dritten Band in Arbeit.
Im Januar las ich wieder mal „Die Schnecke am Hang„, eines meiner absoluten Lieblingsbücher, diesmal aus der Werkausgabe, und dann den verwirrenden Kommentar des einen Autors Boris… ach, ich hab das anders interpretiert, immer schon, und doch hat mir der Boris die Augen geöffnet für ganz andere Aspekte (vor allem die feministischen), und dann – letzten Endes finde ich meine Interpretation doch die schlüssigere… spannend. Wobei er dem Leser ja explizit offen lässt, sich seine eigene Auslegung zu suchen…
Dann las ich „Die zweite Invasion der Marsmenschen„, wieder aus dem dritten Band der Werkausgabe. Und obwohl das Buch in meiner Sammlung der Suhrkamp-Ausgaben oben im Phantastik-Regal steht, musste ich feststellen: ich hab das Buch nie gelesen! Hatte es wohl mit einem ähnlichen Titel von Lem verwechselt. Also jetzt zum ersten Mal gelesen, und ich war beeindruckt. Es bezieht sich übrigens nicht auf Lem, sondern auf H. G. Wells.
Als nächstes „Die Last des Bösen„. Das ist ja nun ein Hammer. Einerseits sehr viel Anleihe bei Meister und Margarita von Bulgakov, andererseits wieder so ganz anders, sehr viel zeitgeschichtliches/politisches aus dem Anfang der Achtziger Jahre, und natürlich keinerlei Voraussage der großen Wende (Zusammenbruch des Kommunismus). Alles sehr komplex, auch vom Formalen her nicht einfach, vielleicht könnte man sagen, ein reifes Spätwerk… aber das steht mir wohl nicht zu.
Das kurze Stück „Aus dem Leben des Nikita Woronzow“ hatte ich in wenigen Stunden durch, passt gut zu der Last des Bösen. Beides weit weg von Science Fiction.

Werkausgabe – Dritter Band – Arkadi und Boris Strugatzki – 2013 Heyne Verlag

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