8. April 2013
Schon einmal haben wir einen Frankreich-Bretagne-Urlaub so geplant, dass wir uns eine Gegend anschauen konnten, die wir durch einen Krimi kennengelernt hatten.
Diesjahr wollen wir dieses bewährte Rezept wieder ausprobieren.
In Pont Aven, dem Städtchen, in dem Ende des 19. Jahrhunderts eine berühmte Künstlerkolonie gewohnt und gearbeitet hatte, ist ein brutaler Mord passiert – und Kommissar Dupin muss den Fall aufklären. Das tut er auf seine Weise, jedenfalls nicht so, wie es seine Vorgesetzten gerne hätten, und auch seine Mitarbeiter lässt er oft im Regen stehen. Wir lernen dabei die Menschen dieser malerischen Gegend kennen, ein eigener Schlag zwischen verschlossen und hilfsbereit, glücklich und depressiv…
Dazu der passende Ausschnitt Kunstgeschichte, und ein bisschen Liebesgeschichte auch noch, na ja nur ganz wenig.
Das wird spannend, wenn wir uns das dann IRL anschauen…
Jean-Luc Bannalec “Bretonische Verhältnisse” Kiepenheuer&Witsch Verlag, Köln, 2012
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8. April 2013
Yeah!
Es gibt einen neuen Jazz-Club in Linz.
Und das auch noch fast vor unserer Haustür, in der Fischergasse in Alturfahr-West (Alurwe).
Nennt sich Kulturverein Strandgut.
Es gab schon zwei Konzerte, am 1. März 2013 spielten Herbert Linecker und Herbert Berger. Letzterer beherrscht die Kunst, schnelle Läufe auf seiner Mundharmonika zu spielen, monophon, eine unglaubliche Zungen-Lippen-Virtuosität. Beide zusammen lieferten ein absolut geniales Einstandskonzert für den neuen Club.
Das zweite Konzert war am 13. März 2013, Martin Gasselsberger und Klaus Dickbauer gaben es etwas rauer, eher free, aber auch sehr einfühlsam.
Das nächste Konzert ist dann in das benachbarte Lokal Fischerhäusl ausgelagert, da die vierköpfige Band in den winzigen aber sehr gemütlichen Gewölberäumen des Clubs nicht genug Platz hätte. Dieser Event mit Tim Collins, Peter O’Hara, Michael Hornek und Christian Lettner ist für den 17. April 2013 geplant.
Wir freuen uns schon darauf.
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8. April 2013
Irgendwo war die Wächter-Serie von Lukianenko als Trilogie angepriesen, später mit viertem Band als Tetralogie.
Nun ist überraschend im Sommer 2012 ein fünfter Band erschienen, also muss man wohl Pentalogie sagen? Ich hoffe, es wird weitere Bände geben, kein Grund diese feine Serie zu beenden.
Unglaublicherweise war die Übersetzung schon wenige Monate später fertig, und erschien Anfang 2013 auf Deutsch. Ende 2011 hieß es noch, dass die russische Originalausgabe irgendwann im Laufe des Jahres 2013 herauskommen würde…
Der neueste Band legt mehr als die bisherigen Wert auf kleinere Details, subtilere Stimmungen und weniger auf das bombastische, großartige Gigantengemetzel. Das gefällt mir gut, es muss nicht in jedem Kapitel die Welt gerettet werden. Nach wie vor sagt Lukianenko uns viel über die russische Gegenwartsgesellschaft, mit ihren teilweise verwestlichten Lebensstilen bei gleichzeitig doch auch sehr fremden, russischen Einstellungen – zum Beispiel zum Wert des Lebens Einzelner. Da muss man manchmal tief Luft holen: aber so tickt Russland nun mal.
Sehr schön auch die Vater-Tochter-Beziehung, da kommt einem vieles sehr bekannt vor.
Ich habe den 450 Seiten dicken Roman sehr genossen – einziger Minuspunkt: viel zu kurz!
Sergej Lukianenko “Wächter des Morgen” Heyne Verlag, 2013
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8. April 2013
Im jungen Kehrwasserverlag ist eine Krimiserie aufgelegt, die im oberösterreichischen Mühlviertel spielt.
Davon habe ich erst mal den zweiten Band bekommen: “Im Himmelreich ist der Teufel los”.
Dabei ist Himmelreich ein Ortsteil eines kleinen Dorfes. Wer das Mühlviertel kennt, erkennt in den teils bösartig, teils liebevoll gezeichneten Figuren und Verhältnissen vieles wieder. Diese ganzen Intrigen, Verschwörungen, Hoffnungen und Enttäuschungen, mit viel Liebe und viel Hass, ach ja.
Der türkisch-stämmige Polizist, der von Wien ins Mühlviertel strafversetzt ist, hat aber nicht nur mit Ausländerhass und Dörflertum zu kämpfen. Auch mit seinen Vorgesetzten, Kollegen und sogar seiner eigenen Familie gibt es vor allem Probleme. Nachdem ich zwei Drittel des Buches gelesen hatte, tat mir der Mann so leid, dass mir die Tränen kamen, abwechselnd vor Mitleid und vor Wut. Trotzdem gibt es immer wieder etwas zu Lachen.
Ein gefühlsgeladenes Buch, jetzt freue ich mich auf den ersten Teil, den ich bald nachholen möchte.
Ernst Schmid “Im Himmelreich ist der Teufel los” Kehrwasserverlag, Linz, 2012
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8. April 2013
Im letzten halben Jahr habe ich abends nur noch mit großer Mühe lesen können – die Augen lassen nach und die Brille war nicht mehr optimal.
Dagegen haben zwei Maßnahmen geholfen: Umstieg auf eBook-Reader und neue Brille.
Trotzdem habe ich noch etliche “normale” Bücher durchgebracht. Zuerst mal möchte ich kurz von Martin Suters neuem Werk “Die Zeit, die Zeit” erzählen.
Unsere kleine, feine Suter-Bibliothek:

Die Suter-Ecke in unserer Bibliothek
Dieses Buch ist ein Roman über eigentlich ziemlich langweilige Leute und Verhältnisse, die Suter-typisch genauestens beobachtet und seziert werden, nicht ohne lästerliche Untertöne. Ein Nebenthema, das sich ja durch viele seiner Romane zieht, kommt auch hier wieder zum Tragen, nämlich wie sich jemand ohne Geld an Projekte macht oder in Gesellschaftsschichten bewegt, wo sehr viel Geld gebraucht wird, wofür dann die Grenze zum Kriminellen überschritten wird. Aber auch dieser Suter ist kein Krimi. Die Aufklärung des Falles spielt überhaupt keine Rolle. Es geht vielmehr tatsächlich um die Zeit, wie der passende Titel schon verraten hat.
Ich möchte hier nicht viel sagen, nur dass mich das Buch trotz vollkommen unspektakulärer Vorgänge trotzdem total gefangen genommen hat wie der ärgste Thriller. Ohne dass man sagen könnte warum, muss man dann doch unbedingt wissen wie es weitergeht, dabei sind die Personen des Stücks doch so öde. Es passiert nichts, es ändert sich nichts, und doch geht es gerade darum, wirklich nichts? Mit einem rührenden technischen Aufwand versuchen die Laienforscher dann doch Änderungen zu finden, und zumindest einer der Akteure ist überzeugt: die Zeit gibt es gar nicht.
Extrem empfehlenswert:
Martin Suter “Die Zeit, die Zeit” Diogenes Verlag Zürich 2012
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30. September 2012
Schön doppeldeutig, der Titel des Konzertes am 26. September im Linzer Brucknerhaus, sogar im Großen Saal.
Die altbewährte “Bigband”, wenn man das so nennen kann, die sich derzeit “Mühlbachers USW.” nennt, und uns bisher aus unerfindlichen Gründen entgangen ist, gab ein monumentales, modernes Jazzkonzert.
Und das bestand im Wesentlichen aus einem Stück, einer teils Freejazz-, teils postmodern-Jazz-artigen Interpretation von Bruckners Vierten. Also “Bruckner für Jazz” oder “Bruckners Vierte Jazz”, wie man will.
Es war spannend, atemberaubend, ergreifend.
Mühlbacher hat das Opus komponiert, aber auch selbst die Drums gespielt. Sehr viele hochinteressante Soloeinlagen zeigten die besonderen Qualitäten der einzelnen Musiker. Alles vom Feinsten.
Nur die auf der großen Leinwand gezeigte Visualisierung, die überzeugte mich nicht. Stellenweise ganz nett, manchmal peinlich, und insgesamt komplett überflüssig: meine Meinung, eh klar.
(Und noch eine Randbemerkung: Warum war der Konzertsaal kühlschrankkalt? Nach der Pause hatten sich die schönen Damen in Strickjacken, Blazer oder gar Mäntel gehüllt… das kann ja wohl nicht der Sinn sein? Draußen war es deutlich wärmer.)
Jedenfalls werden wir uns die Mühlbacher-Truppe merken: Einfach nur genial, diese Musik.
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29. September 2012
Bei der Linzer Klassischen Klangwolke wurde diesmal die dritte Sinfonie von Mahler in den Donaupark übertragen.
Irgendwie ist mir dieses opulente Musikstück bisher entgangen. Die ersten drei Sätze haben mich sehr ergriffen, tief, gewaltig, dunkel, manchmal bedrückend, manchmal triumphal, alles da.
Nachher gab es noch eine extrem finster dreinschauende Alt-Solistin und zwei Chöre, auf diese Gesangseinlagen hätte ich gut verzichten können, aber wenn der gute Mahler halt meint es müsste sein… immerhin waren diese vokalverzierten Stellen ziemlich kurz und somit auszuhalten, der letzte Satz aber griff wieder in die Vollen.
Sehr beeindruckend.
Wenn ich an die frühen Klangwolken zurückdenke, hat sich auch bei der Technik viel getan, heutzutage sind die Boxen vergleichsweise klein, aber der Klang ist perfekt und weitgehend unabhängig vom genauen Standort, sehr gut kann man auch während der Musik auf der Wiese auf- und abgehen.
Die großen Leinwände mit den Lifebildern vom Orchester sind zwar manchmal ganz nett, zB wenn die Klarinettistin aus der Nachbarschaft ins Bild kommt, ansonsten empfinde ich sie eher ablenkend und schaue die meiste Zeit nicht hin. Viel besser passte der großartige Abendhimmel über Urfahr zu der monumentalen Musik.
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28. September 2012
Nachdem ich das erste Halbjahr zum Schreiben und Überarbeiten meines neuen Romans (Arbeitstitel “Fiebergeschichte”) verwendet habe, bin ich über die heißeren Wochen darangegangen, ein älteres Romanprojekt “aus der Schublade” zu holen, um es zu vollenden. Das Problem ist, ich bin mir nicht sicher, ob die Geschichte zu Ende ist. Bilden die letzten Seiten den Schluss? Oder kommt da noch was? Ich weiß es nicht.
Ansonsten gibt es noch einiges zu tun, mir fallen immer noch irgendwelche Inkonsistenzen auf, oder Lücken, oder auch einfach Probleme mit Ausdruck und Erzählweise. Fertig ist das in dem Sinne noch lange nicht.
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25. September 2012
Kürzlich sind die wichtigsten Werke von Arkadi und Boris Strugatzki neu übersetzt und ungekürzt in mehreren Sammelbänden herausgekommen, bei Heyne.
Dazu gibt es ausführliche Nachwörter und auch Anmerkungen von Boris selbst – sein Bruder ist ja leider längst verstorben.
Die meisten der Romane kenne ich zwar, aber in der jeweils deutschen Erstausgabe vom Suhrkamp Verlag, manche auch aus ostdeutschen Verlagen (lange vor der Wende erschienen).
Jetzt ist über manches Gras gewachsen, und wenn Russland auch heute wieder unter anderen Arten von Unfreiheit leidet, sind die von der kommunistischen Zeit gesetzten Beschränkungen und Zensurvorschriften weitgehendst aufgehoben und somit ist es möglich, die Originaltexte zu veröffentlichen.
Wie Boris so schön erklärt, gibt es aber bei so manchem Werk das “Original” nicht wirklich, da die Brüder selbst so manches im Laufe der Zeit überarbeitet, ergänzt und umgestellt haben.
Jedenfalls ein spannendes Wiedersehen mit vielen meiner Lieblingsbüchern.
Arkadi & Boris Strugatzki, Werkausgabe in mehreren Bänden – Wilhelm Heyne Verlag München – 2010
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14. Februar 2012
Hier gab es lange nichts Neues.
Der Grund ist einfach: Mich hat mal wieder die Schreibwut gepackt.
Nachdem ich nach Weihnachten das Buch “Der Koch” von Martin Suter angefangen hatte, bekam ich eine heftige Erkältung mit Fieber. In dieser Nacht träumte ich halb, halb fantasierte ich vor mich hin. Am nächsten Morgen dachte ich, es wäre schade, diese wilde Träumerei zu vergessen, und begann sie drei Tage später aufzuschreiben. Erst beim Schreiben merkte ich, dass es sich um drei nicht direkt zusammenhängende Teile handelte, Teile oder Kapitel einer größeren Geschichte.
Diese drängte sich aus mir heraus, ungeplant, spontan, wie auch immer, wurde länger und länger, sprengte den Rahmen einer Kurzgeschichte. Nach genau einem Monat war sie fertig, 29.12.2011 – 28.1.2012.
Fast exakt genau gleich lang wie mein erster Roman vor fünf Jahren.
Aus den drei Kapiteln waren dreißig geworden.
Mir war die Geschichte viel zu sexlastig, aber ich konnte das nicht beeinflussen. Unmöglich. Es kam wie es kam.
Seither arbeite ich noch an dem Text, Fehler beheben und kleine Verbesserungen.
Meine Frau findet die Geschichte spannend. Das ist ja schon mal was.
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