Der Überfall

Der Überfall - BildLetztes Wochenende sahen wir uns den österr. Film „Der Überfall“ (2000) an. Regie Florian Flicker. Hauptrollen: Bißmeier, Düringer, Hader.

Allein schon, weil Düringer und Hader mitspielen, erwartete ich einen Film mit allerlei Lachern und allerlei Problemen mit Tiefgang.

Der erste Teil des Films zog sich allerdings ziemlich. Es wurde eher wenig gesprochen, es gab Action und die Lacher blieben selten. Allerdings war das wohl so notwendig, um den Zuschauer genügend auf die ganze verfahrene Situation einzustellen. Dann noch ein Spiel des Regisseurs mit dem Zuschauer, ein ganzes Kapitel stellt sich nachträglich als Traum oder Phantasie des Räubers heraus, aber wer erwartete, dass auch die nächsten Kapitel nur Varianten einer möglichen Realität sein sollten, wurde getäuscht, es blieb bei diesem einen abgebrochenen Ende, danach ein normaler linearer Erzählfluss.
Als das Trio dann in dem engen Geschäft zusammengesperrt miteinander auskommen musste, immer bedroht von der Pistole des Räubers, wurde aus der anfänglichen Solidarität der beiden bedrohten (Schneider und sein Kunde) eine Gegnerschaft, so wechselte das einer-gegen-zwei zu drei-gegen-drei oder wieder zurück, aber in anderer Zusammensetzung. Vernadern, hetzen, anschwärzen, verraten. Nichts wurde ausgelassen, um den anderen noch tiefer reinzuziehen, in denselben Dreck in dem man selber schon steckte. Hier kamen die sprachlichen Qualitäten der Helden dann voll zur Geltung. Und einiges an Tiefgründigem wurde ans Licht gezerrt. Das ging unter die Haut.
Insgesamt waren die hinteren zwei Drittel des Films ganz nach meinem Geschmack, das erste Drittel kann ich nur als es-ging-nicht-besser durchgehen lassen.

rm gibt 7 von 10 Punkten.

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