Chocolat

Schokolade als Hauptthema: nun ja, doch nicht wirklich. Nachher blieb die Schokolade als süße Versuchung nur ein Symbol für ein lockereres Leben, sich was zu trauen und sich was zu gönnen.
Die Chancen für die hübsche Zuckerbäckerin standen ja zunächst nicht gut, so ein rückständig-verknöchertes ultrakonservatives Städtchen (der Film spielt 1959) können wir uns kaum mehr vorstellen.
Und doch, die vielen Charaktere machten die ganzen Verflechtungen sehr deutlich und zumindest teilweise nachvollziehbar. Selbst der Comte, der Graf, ein verbohrter Hardliner, bekam am Ende „menschliche“ Züge und es wurde klar, wo seine harte, verbitterte Einstellung herkam. Schade, dass der Pfarrer so eine Nullnummer war, mit ein wenig mehr Rückgrat hätte es da noch interessantere Verwicklungen geben können.
Bis zu der Stelle, wo der Graf den Caféhausbesitzer wegen der Brandlegung aus dem Ort jagte, war alles sehr sehr gut, vielschichtig, komplex, dabei immer auch wieder lustig, oder traurig, sehr stark gefühlsbetont, und auch durchaus realistisch. 10 von 10 Punkten – bis dahin.
Leider dann ein edelkitschiges Finale, ein super-happy End, alles löste sich in Friede-Freude-Eierkuchen auf, musste das sein? So blieb der süßliche Geschmack dominant, vom Chili nichts mehr zu spüren.
Immerhin noch eine große Geste, wie sie die Asche der Grand-Mère in den Nordwind streut und sich so von ihrer eigenen Geschichte unabhängig macht.
rm vergibt wegen des allzu rosigen Finales nur 9 von 10 Punkten.

One Response to “Chocolat”

  1. Mathias Says:

    Mir hat der Film auch sehr gut gefallen…
    Hin und wieder fand ich, dass er sich ein bissi „zaht“, aber ansich ein sehr guter Film

    mb

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.