Die drei Tage des Condor

Mai 29th, 2006

bild„Die drei Tage des Condor“ (Three Days of the Condor, USA 1975, von Sydney Pollack)
Das ist zunchst mal ein Thriller, ein Agentenfilm. Die CIA spielt eine der Hauptrollen, sozusagen. Eine als harmloses Literaturinstitut getarnte Abteilung wird in wenigen Minuten dahingerafft – von wem? Von der CIA selber? Das drngt sich auf, aber der Zuseher wird nicht aufgeklrt, sondern wei immer noch ein bisschen weniger als die Hauptfigur, gespielt von Robert Redford, der als einziger den Mordanschlag berlebt – und nun durch die Grostdte New York und Washington gehetzt wird. Dabei gibt es auch ein bisschen Liebe, und gegen Ende ein paar besinnliche Dialoge mit mehr Tiefgang, aber sehr zynisch.
So weit so gut.
Zustzlichen, wenn auch unfreiwilligen Genuss verschafft der Film durch seinen zeitgeschichtlichen Bezug. Einerseits das World Trade Center, sieht in dem alten Film immer noch hypermodern aus, und ist doch schon vorbei. Andererseits die unglaublich altmodischen Computer, fr die heutige Jugend kaum noch als solche erkennbar, allerliebst. Und die genialen Telefontricks mit simplen Strippen und einem Diktiergert, und doch so wirksam. Aber das waren nur Zusatzzuckerln, eigentlich war die Technik fr den Film ziemlich nebenschlich.
LBC und ich geben 7 von 10 Punkten. Tigressa? wD?

Good Bye, Lenin!

Mai 15th, 2006

Good bye, Lenin - Bild„Good Bye, Lenin!“ ist ein deutscher Film von Wolfgang Becker, 2003, der die Vorgnge der „Wende“ 1989/90 verarbeitet. Eine alleinerziehende Mutter – ihr Mann ist in den Westen entfleucht – verpasst in achtmonatigem Koma die Wende und somit das Ende ihres geliebten Staatssystems DDR. Um ihr den Schock zu ersparen, dass es all das, wofr sie gelebt hat, nicht mehr gibt, spielen ihre Kinder, vor allem ihr Sohn, ihr in ihrer kleinen Wohnung das Weiterexistieren des Arbeiter- und Bauernstaates vor, inklusive selbstgemachter Fernseh-Nachrichtensendungen.
Es gibt viel komische Situationen und somit einiges zu Lachen, allerdings empfand ich die aufopferungsvolle Liebe der Kinder zu ihrer Mutter eher rhrend als komisch und fragte mich die ganze Zeit, wie ich das anstelle des Sohnes gemacht htte. Jemandem etwas vorzuschwindeln ist mir zutiefst zuwider und ich denke, dass die Menschheit mit mehr Ehrlichkeit im Alltag weniger Probleme htte – in der speziellen Ausgangssituation allerdings… ich wei nicht, ich wei nicht.
Viele der kleinen Anspielungen und Details im Film sind eigentlich nur fr Leute verstndlich, die die DDR erlebt haben. So gab es einiges, was ich den anderen erklren musste. Zu meiner Verblffung sah ich eben auf dieser Filmseite, dass der Film auch in vielen anderen Lndern sehr erfolgreich gelaufen ist. Synchronisiert muss da doch viel vom Ostberliner Flair verloren gehen, und wie ein Franzose oder Israeli die kleinen Details (z.B. Spreewald Gurken) verstehen soll, ist mir ein Rtsel, aber natrlich gnne ich den Filmmachern den Erfolg von Herzen: Der Film kommt vom Herzen. Ganz direkt. Zeigt auf, was in der alten Zeit gut war und in der neuen daneben geht. Ganz menschlich, ohne die groe Politik. Und kommt dabei ohne erhobenen Zeigefinger aus und ohne eine falsche Verherrlichung der immerhin doch sehr totalitren und im Allgemeinen wenig lustigen DDR.
rm53 und Tigressa geben 8 von 10 Punkten.

Der berfall

Mai 14th, 2006

Der berfall - BildLetztes Wochenende sahen wir uns den sterr. Film „Der berfall“ (2000) an. Regie Florian Flicker. Hauptrollen: Bimeier, Dringer, Hader.

Allein schon, weil Dringer und Hader mitspielen, erwartete ich einen Film mit allerlei Lachern und allerlei Problemen mit Tiefgang.

Der erste Teil des Films zog sich allerdings ziemlich. Es wurde eher wenig gesprochen, es gab Action und die Lacher blieben selten. Allerdings war das wohl so notwendig, um den Zuschauer gengend auf die ganze verfahrene Situation einzustellen. Dann noch ein Spiel des Regisseurs mit dem Zuschauer, ein ganzes Kapitel stellt sich nachtrglich als Traum oder Phantasie des Rubers heraus, aber wer erwartete, dass auch die nchsten Kapitel nur Varianten einer mglichen Realitt sein sollten, wurde getuscht, es blieb bei diesem einen abgebrochenen Ende, danach ein normaler linearer Erzhlfluss.
Als das Trio dann in dem engen Geschft zusammengesperrt miteinander auskommen musste, immer bedroht von der Pistole des Rubers, wurde aus der anfnglichen Solidaritt der beiden bedrohten (Schneider und sein Kunde) eine Gegnerschaft, so wechselte das einer-gegen-zwei zu drei-gegen-drei oder wieder zurck, aber in anderer Zusammensetzung. Vernadern, hetzen, anschwrzen, verraten. Nichts wurde ausgelassen, um den anderen noch tiefer reinzuziehen, in denselben Dreck in dem man selber schon steckte. Hier kamen die sprachlichen Qualitten der Helden dann voll zur Geltung. Und einiges an Tiefgrndigem wurde ans Licht gezerrt. Das ging unter die Haut.
Insgesamt waren die hinteren zwei Drittel des Films ganz nach meinem Geschmack, das erste Drittel kann ich nur als es-ging-nicht-besser durchgehen lassen.

rm gibt 7 von 10 Punkten.